Synagoge
Geschichte der Synagoge
Erster Kristallisationspunkt einer jüdischen Gemeinde ist das sich zum gemeinsamen Gebet zusammenfindende Minjan. Das Gemeinschaftsgebet, die תפילה בצבור, ist nach Rabbiner S. R. Hirsch „Trinken aus der Quelle alles geistigen Lebens“ (zum Wort שיח in Bereschis 2, 5), und in Bereschis 48, 11 erklärt Hirsch das Wort התפלל „sich mit g‘ttlichen Gedanken durchdringen“. Um diesen Gedanken umzusetzen führte der Verein Schomre Schabbos erstmals am שבת פ' נח תרפ''ה (l. November 1924) in der Thannerstrasse 60 seine G‘ttesdienste durch. Am Rosch Haschono und Jom Kippur wurde der G‘ttesdienst im Saal des Restaurants Schweizerhaus am Steinenring abgehalten.
Nachdem Ende 1927 aus dem Verein Schomre Schabbos die Israelitische Religionsgesellschaft hervorgegangen war, wurde sogleich das Ziel angestrebt, der neuen Aufgabe als selbständige Gemeinde auch einen entsprechenden äusseren Rahmen zu geben. Im Jahre 1928 wurde beschlossen, ein Areal für den Bau einer Synagoge zu suchen. Nach Verhandlungen mit dem Bürgerspital Basel konnte das Gelände Ahornstrasse/Ecke Birkenstrasse erworben werden.
Im März 1929 fand die Grundsteinlegung der Synagoge in Anwesenheit von Rabbiner Dr. Th. Lewenstein von der IRG Zürich statt. In den Grundstein des zu errichtenden G‘tteshauses wurde eine Kapsel mit dem hebräischen Dokument זכרון דברים eingemauert, das die Entstehung der Gemeinde und ihre Zielsetzung schildert. Ferner enthält die Kapsel eine Urkunde, in der die Namen der 23 damaligen Mitglieder aufgeführt werden.

- Grundsteinlegung der Synagoge
Am ersten Selichos-Tag, dem 24. Elul 5689 (29. September 1929), konnte die Synagoge feierlich eingeweiht werden. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn aus Ansbach in Bayern, einer der führenden Männer der Agudat Jisroel, hielt für den erkrankten Rabbiner Lewenstein die Festrede. Er hob in seiner Predigt die Bedeutung und Grösse des gemeinsamen Gebetes hervor und führte weiter aus: „In der Zeit, wo die Welt das Glück darin sucht, sich möglichst frei auszuleben, ohne Hemmungen, ohne Hinderung und vor allem der Welt des Gedankens keine Schranken gesetzt sind, da seid ihr gekommen und sagt: Wir wollen, auch was wir denken, auch was wir unsere Kinder lehren, prüfen an den Worten, die G“tt uns gab.“
Die Synagoge zählt knapp 120 Männer- und 125 Frauenplätze. Die grosszügige Planung hat sich als segensreich erwiesen, genügt die Synagoge doch auch heute noch den Bedürfnissen der Gemeinde.

- Die Synagoge der IRG, Ahornstrasse
Grössere bauliche Veränderungen wurden an der Synagoge in all den Jahren nicht vorgenommen und sind auch nicht geplant. Hingegen wurde die Heizung modernisiert, die Beleuchtung erneuert sowie das Innere des ארון הקודש neu gestaltet und mit Beleuchtung ausgestattet.
Im Jahre 1982 erfolgte eine grössere Renovation mit Kosten in Höhe von Fr. 150'000,- Der Betrag wurde durch Spenden der Gemeindemitglieder aufgebracht.
Das Synagogengebäude umfasst auch einen Hörsaal, in dem Schiurim für Erwachsene, Vorträge und die Gemeindeversammlungen stattfinden.
Bei Familienfesten kann am Schabbat nach dem Morgeng“ttesdienst ein Kiddusch im Hörsaal offeriert werden, und im Winter findet jeweils am Schabbat nach dem Gemara-Schiur eine S‘uda Schelischit statt.
Seit dem Jahr 1997 lernen dort während der Woche auch die jungen Männer des Kolels.
Die Synagoge Ahornstrasse ist in der Tat zu dem Haus geworden, in dem sich das Gemeindeleben vor allem abspielt.
Der Minhag
Bei der Gründung der IRG Basel war den Mitgliedern bewusst, dass weitgehende Einigkeit in Bezug auf den נוסח herrschen sollte. Dies war insofern eine grosse Aufgabe, dass zahlreiche Mitglieder aus dem ehemaligen Sternbuch-Minjan nach dem chassidischen נוסח האר''י beteten, während Sally Guggenheim und andere Mitglieder aus dem Verein Schomre Schabbos der aschkenasischen Gebetsordnung anhingen.
Aus dieser Situation entstand ein Kompromiss; die Gläubigen verzichteten jeder auf einen Teil der ihnen wertvollen Überlieferung. So wurde ein neuer Nussach geschaffen. Dieser basiert im wesentlichen auf dem hier landesüblichen aschkenasischen, süddeutschen Ritus, der durch einige bedeutende Zugeständnisse an die Tradition der ostjüdischen Gründungsmitglieder ergänzt wurde.
Ein „Minhag-Buch“ wurde 1989 durch Dr. Bernhard Prijs und David Prijs fertiggestellt. Es bedarf noch einiger Korrekturen und einer Revision, bevor es als gültig und druckreif gelten kann.
Die aus einem Kompromiss hervorgegangene und zu einem lebendigen Ganzen gewordene Gebetsordnung der IRG Basel zeigt, dass jüdische Menschen, die mit grösster Hingabe an Gesetzen und Traditionen festhalten — die von einer verständnislosen Umwelt oft als starr und nicht entwicklungsfähig bezeichnet werden —, sehr wohl wissen, wann, wo und in welchem Masse der überkommene Inhalt eine neue Form erhalten soll. Nicht immer kann man das den Vorfahren teuer gewordene in allen Einzelheiten weitertragen. Die Bereitschaft, die alte Tradition mit eigenem Beitrag zu neuem Leben zu bringen, wird täglich von uns verlangt. Sie muss uns dazu anspornen, immer wieder in den Geist unserer jüdischen Gebete und Bräuche einzudringen. So können wir sie jeden Tag als die wahren Wegweiser empfinden.
Die Fähigkeit der Vorbeter, durch ansprechendes und würdiges Vorbeten die Gemeinschaft zu erfreuen und zu erheben, ist eine Gabe und von grosser Bedeutung. Personen wie Max Meyer-Oppenheim ז''ל und Gabriel Plaut ז''ל sowie der vollamtliche Kantor Schlomo Salman Schweid נ''י als auch Dr. Bernhard Prijs ז''ל dienten der Gemeinde auf besondere Weise. Zeit seines Wirkens als Religionslehrer in Basel hat Abraham Dzialoszynski ז''ל ebenfalls als Vorbeter fungiert. Ferner war er ein geschätzter Baal Kore und Baal Tokea.
Auch Rabbiner Jakob Snyders זצ''לpflegte mehrmals im Jahr (Selichot am l. Tag und am Erew Rosch Haschana, ferner Kol Nidre und Neila, Tefilat Geschem und Tefilat Tal) als Vorbeter zu amtieren und verlieh den Gebeten eine besondere Weihe und Würde. Sein Sohn und Nachfolger, der heutige Rabbiner Benzion Snyders שליט''א hat diese Gewohnheit beibehalten.

- Sicht vom Männereingang

- Sicht in Richtung Nord-Ost

- תיבה und der ארון הקודש

- Sicht in Richtung Süd-Ost

- Nähere Sicht von der תיבה und des ארון הקודש

- Sicht nach hinten (Nord-West)

- Sicht nach hinten (Nord-Ost)

- Der Platz von Raw B.Z. Snyders שליט''א.

- Sicht von der עזרת נשים

- Sicht von der עזרת נשים

- Sicht von der עזרת נשים




