Pädagogisches Konzept des Jüdischen Kindergartens Basel
Das vorliegende Konzept ist angelehnt an den Rahmenlehrplan der staatlichen Kindergärten Basel Stadt.Daneben stellt die Vermittlung der traditionellen jüdischen Werte ein zentraler Pfeiler der Kindergartenarbeit dar.
Werte
Als jüdisches Individuum wird der Mensch dazu erzogen, dass er sich in einer liebevollen und verpflichtenden Beziehung zu seinem Schöpfer befindet. Es gibt Wertvorstellungen, die auf den Menschen als Individuum bezogen sind und solche, die ihn als Teil eines sozialen Systems begreifen. Zu ersteren gehört beispielsweise die Haltung, seinen Körper und seinen Geist vor schädigenden Einflüssen zu bewahren. Dazu gehört auch, sich selber so gut wie möglich zu kennen und sich in einer lebenslangen Entwicklung befindlich zu begreifen. Der Mensch soll seine Aufgaben mit Freude wahrnehmen und Schwierigkeiten als Wachstumspotential begreifen lernen. Er soll Dankbarkeit entwickeln für alles, was ihm zuteil wird. Zu den Werten, die auf den Menschen als Gesellschaftswesen bezogen sind, gehören z.B. den anderen zu respektieren, wie man selber geachtet werden möchte. Der Respekt vor Eltern, Erziehungspersonen und älteren Mitmenschen ist ein weiterer wichtiger Pfeiler. Üble Nachrede (Klatsch und Tratsch) und öffentliches Beschämen von Mitmenschen wird verurteilt. Das Ausüben von Wohltätigkeit und Barmherzigkeit Notleidenen gegenüber wird dagegen als bereichernde Pflicht verstanden. Aber auch Prioritäten in der Wichtigkeit sozialer Beziehungen werden vermittelt: zuerst für die engste Familie da zu sein und erst in zweiter Linie für die weitere Familie und die restliche Umwelt.
Ziele
Der Kindergarten als erste öffentliche Sozialisationsinstanz soll zum einen die bereits zu Hause angelegten Werte weiter verinnerlichen und ausdifferenzieren helfen und andererseits soll er das Kind mit einer neuen Dimension der sozialen Realität konfrontieren: mit anderen, nicht der eigenen Familie angehörenden Kindern und externen Bezugspersonen Beziehungen herzustellen, innerhalb derer Entwicklungsziele im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich erreicht werden können.
Methoden
Als wichtigste Methode wird neben der Nachahmung dessen, was die Kindergärtnerin verkörpert, das Spiel, sowohl angeleitet wie frei oder in Rollen angewendet.
Daneben kommt der Behandlung von Themen im religiösen wie säkulären Kontext eine grosse Bedeutung zu. Beispielsweise werden die Jahreszeiten, der Körper, Arzt, Krankenhaus, Post, Marktplatz u.v.m. bearbeitet. Im religiösen Kontext erfolgt die Themenwahl entlang den wöchentlichen Abschnitten aus der Thora. Hier kann z.B. die Schöpfungsgeschichte, die Sintflut oder Josefs Verkauf nach Ägypten behandelt werden.
Geschichten erzählen und lesen sind in der Wertevermittlung und Themenbehandlung eine bedeutsame Methode.
Basteln und Kreatives Arbeiten sind weiterhin zentrale Bestandteile des Kindergartensettings.
Letztlich sei aber auch das Alphabet und das Lesen lernen sowie die Behandlung anderer Arbeitsblätter zur Vorbereitung auf die Schule erwähnt, die der Lern- und Denkfähigkeit dienen.
Mittel
Als Mittel werden Bücher, Materialien verschiedenster Art, aber auch Exkursionen sowie der Besuch von externen Gästen, die etwas präsentieren oder vermitteln eingesetzt.
Andererseits kommt auch den Instrumenten zur Förderung der Koordination und Motorik innerhalb der Bewegungserziehung eine grosse Bedeutung zu.
Schliesslich sei noch das Singen und die Rythmik erwähnt, die die ganzheitliche Förderung des Kindes unterstützen sollen.



