Jüdische Mittelschule Basel (JMS)
Schon anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der IRG 1977 wurde die Idee einer jüdischen Schule vorgebracht. Ein wichtiger Impuls war die Tatsache, dass an den kantonalen Schulen Vieles zu finden war, was aus jüdischer Sicht nicht mehr verantwortet werden konnte; ihr Stoffplan, die Lehrmethoden und die zugrunde liegenden Überzeugungen dieser Schulen waren speziell für die reifere jüdische Jugend ungeeignet. Dabei soll ausdrücklich betont werden, dass sich die Rektorate grosse Mühe gaben, besonderen Wünschen der jüdischen Schülerschaft entgegenzukommen.
Ein zweiter Punkt sprach für die Errichtung einer Schule, in der jüdische Kinder die obligatorische Schulzeit verbringen würden: Es wurde immer schwieriger, die Stundenpläne der Schüler der öffentlichen Schulen so einzurichten, um am Nachmittag religiöse Fächer zu erteilen. Die Zeit war knapp bemessen, der Unterricht war oft spät am Nachmittag, die Kinder entsprechend müde und wenig motiviert. So wurde nach gut zweijähriger Vorbereitung die Jüdische Mittelschule Basel (JMS) im Frühjahr 1980 eröffnet.
Nach Jahren unter nebenamtlicher Leitung konnte 1989 mit Raw Samuel Macner ein vollamtlicher Rektor für die Jüdische Mittelschule gewonnen werden. Raw Macner kam aus Deutschland, wo er zuvor als Rabbiner gearbeitet hatte. Seine Ausbildung erhielt er vor allem an der Jeschiwa in Ofakim (Israel). Er verstand es mit seiner scharfsinnigen und dynamischen Persönlichkeit, die Schülerschaft mehr zu eigener Denkleistung anzuregen und der Schule eine stärkere Struktur zu geben.
Formal ist die Mittelschule in der Trägerschaft eines privaten Vereins und steht allen jüdischen Kreisen offen. Die Schule verfolgt in den Jahrgangsstufen fünf bis/mit neun ein ehrgeiziges Ziel: Die Schüler sollen am Ende der Schulzeit sowohl den Weg in die Jeschiwa bzw. in das Seminar als auch denjenigen in die weiterbildenden profanen Schulen gehen können. Aus diesem Grund wird den Schülern ein breites jüdisches Wissen vermittelt und im Profanen gemäss dem baselstädtischen Lehrplan unterrichtet (Die JMS ist als Weiterbildungsschule anerkannt.).
Die Jugendlichen im Kreise der IRG Basel gehen nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit mehrheitlich für mehrere Jahre auf die Jeschiwa bzw. auf Seminarien in England oder in Erez Israel. Hier beweist das System der jüdischen Schulen Basels seine Leistung. Die „Basler“ Jugend findet sich dort gut aufgehoben und vorbereitet. Mehr noch, viele Jungen und Mädchen erleben im Ausland ein pralles jüdisches Leben, das sie oft gar nicht mehr verlassen wollen. Dies bedeutet einen Aderlass für die Basler IRG, weil in der Regel die Jugendlichen nicht dauerhaft nach Basel zurückkehren, wenn sie verheiratet sind und ihre Familien haben.
Heute steht die Mittelschule unter der Leitung von Raw Tomer Tov.



